projektgeschichte

begonnen hat unser projekt in unserem freund:innenkreis und war erstmal just for fun: ein experiment mit witzigen fotos, nackten körpern, linken parolen, sexualität und coolen locations. inspiriert waren wir von dem kalender des hamburger kollektivs AllRiot. deren motto war: you can’t spell Erotic without Riot, und dementsprechend ist auch unser kalender ähnlich ausgefallen, mit einer kombination von politik und sexyness. für 2021 gab es dann ersten offiziellen abreiszen-kalender mit dem thema RIOT.

für diesen kalender haben wir viel feedback bekommen, sowohl lob als auch kritik. die käufer:innen fühlten sich angesprochen, repräsentiert, infrage gestellt. wir haben viel dazugelernt, diskutiert, uns mit dem konzept von nackt-kalendern und der diversität unserer bilder auseinandergesetzt und einsicht in selbstdarstellung und objektifizierung gewonnen.

gelobt wurde die “diversität der weiblich gelesenen körper”. ein kritikpunkt war, dass die mehrzahl der abgebildeten menschen “weiß, jung und nicht sichtbar behindert” sind, es an der stelle also an diversität fehlte.

diese kritik ist auf jeden fall berechtigt. jedes feministische projekt sollte inklusiv sein. und mit jeder politischen künstlerischen darstellung gibt es eine verantwortung.

wir haben intern viel darüber geredet. wir haben in unserem kollektiv und unter unseren models einige menschen of color, einige menschen mit unsichtbaren behinderungen, vor und hinter der kamera. einige nicht-binäre menschen, die nicht „weiblich gelesen“ werden möchten. wir haben uns mit white-passing und gelesen-werden beschäftigt, und damit, wie wir in einem visuellen medium unsere identitäten sichtbarer machen können. damit, wie wir inklusiv sein können, ohne marginalisierte menschen zu tokens zu machen.

das war einer der gründe, warum wir beim zweiten kalender für 2022, thema RÄUME EINNEHMEN, die models in den mittelpunkt gestellt haben. wir haben versucht, so viele leute wie möglich außerhalb unseres unmittelbaren freund:innenkreises zu finden, mit verschiedenen identitäten und anliegen.

und wir haben den models viel raum gegeben, sich selbst und die themen, die ihnen am herzen liegen, darzustellen und das thema selbst zu interpretieren. daraus ist ein vielfältiger zugang zu RAUM geworden, verbunden mit mental health, rollenbildern, transidentität, wohnungspolitik, migrastatus und mehr.

auch für 2023 haben wir dieses konzept beibehalten und konnten wieder verschiedene identitäten und individuen unter dem thema WAS UNS BEWEGT abbilden.

auch in zukunft wollen unseren models die möglichkeit geben, ihre eigenen identitäten und persönlichkeiten einzubringen und damit zu experimentieren, sie sichtbar zu machen. genauso ist es uns wichtig, bei unseren shootings eine positive umgebung zu schaffen und uns klar auf konsens und wohlfühlen zu beziehen, besonders wenn nacktheit teil des shoots ist.